Nissan hat sich angesichts dieser Erfolgsgeschichte dazu entschlossen, beim Äusseren aufs Bewährte zu bauen und im Wesentlichen unter dem Blech Neues zu bieten, zumal sich bei Kundenbefragungen herausgestellt hatte, dass drei von zehn X-Trail-Fahrern ihr SUV tatsächlich auch im Gelände und ein weiteres Viertel ihn als Zugfahrzeug einsetzen. Der Nachfolger durfte also nichts von seinen Geländequalitäten verlieren, sollte aber gleichzeitig besser an die Strasse angepasst werden. Im Gelände bewies der Neue jetzt, dass er bei dieser Gelegenheit dazugewonnen hat. Auf der Plattform des Qashquai aufgebaut und mit einem automatisch zuschaltendem Allradantrieb versehen, schafft er erstaunliche Kletterpartien ohne Klagen. Dabei helfen ihm eine Differenzialsperre und eine Bergab-Fahrhilfe, die per ABS die Geschwindigkeit auf rund 7 km/h begrenzt. Auf der Strasse zahlt sich die Investition in das neue Fahrwerk aus. Der Geradeauslauf überzeugt, und die Fahrdynamik passt ebenfalls. Er ist zwar kein Kurvenwunder, aber er meistert auch Bergpassagen recht manierlich und - dank seines serienmässigen ESP - unproblematisch. Auf der Strasse und im Gelände gleichermassen bewegt der X-Trail seine Insassen erstaunlich komfortabel. Gut gefallen hat uns die Kombination mit dem 2-Liter-Dieselmotor mit 150 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 320 Nm mit der Sechsgang-Wandlerautomatik. Nissan bietet ausserdem einen 2,5-Liter-Diesel mit 173 PS an, der ebenfalls mit der Automatik aufgerüstet werden kann. Serienmässig werden beide Motoren mit einem Sechs-Gang-Handschalter geliefert. Ausserdem stehen noch zwei Vier-Zylinder-Benziner zur Wahl, einer mit zwei Litern Hubraum, 141 PS und 196 Nm, der grössere mit 2,5 Litern, 169 PS und 233 Nm. Nissan geht aber davon aus, dass in Deutschland fast 90 Prozent Diesel an den Mann gebracht werden können. Dafür spricht zunächst der Verbrauch. Für die Diesel werden 7,1 Liter bzw. 7,4 Liter pro 100 km als Normverbrauch angegeben, für die Benziner 8,7 bzw. 9,8 Liter plus Automatikzuschlag, wenn die Wandlerautomatik bestellt wird. Entscheidet man sich für das stufenlose CVT-Getriebe, sinkt der Verbrauch leicht. Bei den Fahrleistungen nehmen sich die Benziner und die Diesel nicht viel. Die kleineren beschleunigen den X-Trail in rund 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die grösseren benötigen dafür eine Sekunde weniger. In der Spitze liegen die Diesel mit knapp 190 km/h und rund 200 km/h sogar ein bisschen höher als die Benziner. Dafür bieten sie dann auch rund 40 Prozent mehr Drehmoment, was ja mittlerweile nicht nur Geländewagenfahrer zu schätzen gelernt haben. Der äusserlich scheinbar so wenig veränderte Neue wuchs nach dem Motto: Mehr sein als scheinen. Allein an Ablageflächen, Getränkehaltern und Staumöglichkeiten im Innenraum bietet er nun rund 50 Liter Volumen. Sein Kofferraum wuchs sogar auf einen Klassenbestwert von mehr als 600 Litern, wenn man den unteren Ladeboden, unter dem sich rund 120 Liter getarnter Raum verbergen, herausnimmt. Ohne den Boden stehen maximal 1773 Liter Volumen zur Verfügung. Der leer etwas über zwei Tonnen wiegende X-Trail kann - je nach Ausstattung - zwischen 460 Kilogramm und gut 530 Kilogramm zuladen und als Diesel maximal zwei Tonnen ziehen. Nur im Innenraum hatten wir bei dieser ersten Kontaktaufnahme etwas zu meckern. So hat man sich bei der Instrumententafel zwar zu durchweg hochwertigen Materialien entschlossen, doch es sind zu viele, und passgenauer verarbeitet könnten sie auch sein. Ausserdem wirkt das Armaturenbrett mit dem aufgesetzten Höcker in der Mitte und vielen Ecken und Kanten eher zerklüftet als elegant oder sportlich.
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