Die haben einst beim Wankelsportler RX 8 ihren Anfang genommen und sind nun endgültig zum aktuellen Mazda-Design geworden. Bestimmend für die Linie sind die betont hohen und ausgeprägten Kotflügel der Vorderräder und eine über den Seitenschwellern vorn beginnende, ansteigende Seitenlinie sowie eine Lichtkante unterhalb der Fensterunterkante, die ebenfalls die Keillinie betont. Fast so auffällig wie bei den aktuellen Peugeots, aber viel harmonischer fällt der fünfeckige Grill aus, der von zwei grossen seitlichen und tiefer liegenden Lufteinlässen flankiert wird. Die Motorhaube gliedert jetzt eine sanfte Kante vom Mazda-Zeichen bis zur Windschutzscheibe. Das ist eines der Elemente, mit denen die Mazda-Designer vorn wie hinten den Blick auf das Mazda-Logo lenken wollen. Am Heck weisen die Unterkante der ebenfalls fünfeckigen Heckscheibe und die Ecken der neuen Leuchten den Augen den Weg zum Logo. Innen wartet ein unerwartet angenehmes Ambiente. Die Sitze fallen gleich eine ganze Klasse besser aus als beim aktuellen Mazda 3. Sie sind nicht nur grösser und geben besseren Seitenhalt, sie wirken auch bequemer - soweit man das nach unserem kurzen Probegalopp beurteilen kann. Der Arbeitsplatz des Fahrers zeigt schon beim blossen Hinsehen und beim ersten Probesitzen, dass ein fahrerorientiertes Cockpit geschaffen werden sollte: Den Schaltknauf muss man nicht suchen. Die Hand fällt intuitiv richtig. Zwei klassische, grosse Rundinstrumente mit rot beleuchteten Anzeigen in tiefen Höhle à la Sportwagen, viele Bedienmöglichkeiten am Lenkrad, griffgerecht liegende Bedienelemente oben auf der Mittelkonsole werden in einem grosszügigen Bogen umrahmt, der sich von der Tür bis zur Mittelkonsole um den Fahrersitz herumzieht. In dem Bogen steckt das Display von Bordcomputer und Navigation genau im Blickfeld des Fahrers. Entscheidet an sich für den Kauf der Navi, misst das Display 4,1 Zoll. Das ist sehr klein, aber immerhin etwas grösser als die Display von tragbaren Navis. Zum sportlichen Arbeitsplatz passt das Auftreten des Mazda 3 auf der Strasse: Er benimmt sich agil, die Lenkung arbeitet präzise, das Fahrwerk gehört zu der Sorte straff, aber nicht unkomfortabel. Wind- und Fahrgeräusche fallen kam auf. Mehr demnächst, wenn wir uns intensiver mit diesem Dreier befassen können. Zwei Benzin- und drei Dieselmotoren gehen in Deutschland zunächst an den Start. Der 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS hinterlässt nicht den Eindruck einer Untermotorisierung. Wenn man die Fünf-Gang-Schaltung fleissig benutzt, bringt er mehr als die Daten vermuten lassen, denn der Mazda 3 ist relativ leicht für ein Auto von 4,46 Meter Länge (Hatchbck). Sein Kraftstoffverbrauch sank im Vergleich zum Vorgängermodell um 0,6 Liter auf 6,3 Liter im Durschnitt nach EU-Norm. Der Zwei-Liter-Benziner bringt es auf 150 PS. Für diesen Motor bietet Mazda eine Fünf-Stufen-Automatik an. Sein Kraftstoffverbrauch liegt bei 7,7 Liter. Der 1,4 Liter-Motor des Vorgängers wird für den Neuen nicht mehr angeboten. Dafür soll im Sommer noch ein 2,2-Liter-Direkteinspritzer als Spitzenmotorisierung folgen bis - vielleicht - wieder eine MPS-Variante ins Haus steht. Der 2,2 Liter-Diesel bietet Mazda in zwei Varianten an, mit 185 PS und 400 Newtonmeter (Nm) maximalem Drehmoment sowie mit 150 PS und 360 Nm. Einstiegsdiesel ist der 1,6 Liter-Motor mit 109 PS. Den grossen Diesel in der starken Version haben wir genossen. Allerdings verstehen wir nicht, warum Mazda diesen Motor nicht mit Automatikgetriebe anbietet. Für den deutschen Markt wäre das sicher hilfreich. Bisher war der Mazda 3, der seit 2003 weltweit in mehr als zwei Millionen Exemplaren abgesetzt worden ist, mit 400'000 Verkäufen allein in Europa der erfolgreichste Mazda. Deswegen hat Mazda ihn optisch und technisch auf Angriff gebürstet und sich dafür als technische Messlatte den Audi A3 gewählt.
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