"Ford gehört zu den Verlierern", steht im Titel besagter Meldung, und im Vorspann wird behauptet, "Verlierer sind vor allem Ford-Modelle, die bei den Kleinwagen, der Mittel-klasse und den Vans jeweils den letzten Rang belegen". Damit nicht genug: Auch im Lauftext wird nochmals auf Ford herumgehackt und präzisiert, "die amerikanische Marke hat in erster Linie Probleme mit Wegfahrsperre und Motorenmanagement". Diese Veröffentlichungen schädigen die Marke Ford und wirken sich negativ auf die Fahr-zeugverkäufe aus. Notabene in einer wirtschaftlich sehr heiklen und angespannten Zeit.
Ford Schweiz betont in diesem Zusammenhang, dass alle Informationen über Qualität und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge sehr geschätzt werden. In erster Linie werden interne Garantie-Reparaturdaten und laufende Kunden-Umfragen benutzt, um Probleme schnellstmöglich zu erkennen und Korrekturmassnahmen einzuleiten. Zusätzlich zu den internen Quellen legt Ford grossen Wert auch auf externe Daten wie zum Beispiel die der ADAC/TCS-Pannenstatistik oder des DEKRA-Mängelreports.
Die Ford Motor Company (Switzerland) SA protestiert gegen die statistische Methodik des ADAC: Der Club veröffentlicht Schlussfolgerungen, die auf einer Analysemethode beruhen, welche nicht als Vergleichsbasis für die Zuverlässigkeit verschiedener Fahr-zeugmarken und -modelle genutzt werden darf. Vor allem in Frage stellt der hiesige Ford-Importeur die Entwicklung der Pannenhäufigkeit pro Modell in der Zeitspanne 2003 bis 2008. Da gibt es Konkurrenten, die konnten sich innert fünf Jahren von 75,1 auf 1,9 Pannen pro 1000 zugelassene Fahrzeuge verbessern. Solche und ähnliche Quantensprünge bezweifelt Ford Schweiz.
Hauptgrund aber, warum Ford Schweiz eine sogenannte Kurzklage beim Friedensrichter einreicht, ist die Behauptung in der TCS-Medienmitteilung, "die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem Schweizer Fahrzeugpark sind nur geringfügig und die Daten lassen sich vom ADAC auch auf den Schweizer Markt übertragen". Ford Schweiz verfügt über Statistiken (sog. Schaden- bzw. Ausfallquoten), die klar besagen, dass die Pannenfälle für jedes Ford-Modell in Deutschland immer beträchtlich höher sind als in der Schweiz. Ergo lassen sich deutsche Pannen mitnichten mit schweizerischen Schadenfällen vergleichen. Zudem stützt sich die ADAC-Statistik auf jeweils 10'000 Neuzulassungen. Eine Zahl, die für schweizerische Verhältnisse nicht realistisch ist und jede Statistik verfälscht. Ausschlaggebend ist, dass durch die vielfache Steuerung der Pannen durch markeneigene Pannen-Hotlines bzw. zugekaufte Provider (im Falle der Ford-Werke der ADAC) unterschiedlich grosse Teile der tatsächlichen Pannen nicht durch die "gelben Engel" erfasst werden und somit auch nicht in der offiziellen ADAC-Pannenstatistik erscheinen. Dadurch wird sie verzerrt.
Ein weiteres Indiz für die Unglaubwürdigkeit der ADAC-Pannenstatistik, die übrigens vom deutschen Fachmagazin AutoBild bereits seit 2004 als Zuverlässigkeitsindikator aus ihrem Qualitätsreport gestrichen wurde, ist der DEKRA-Mängelreport 2009. In dieser Statistik schneiden ausgerechnet der Ford Galaxy und der Ford S-MAX, die beim ADAC in ihren Kategorien die Schlussplätze belegen, am besten ab. Und auch die Ford-Modelle Focus, C-MAX und Fiesta/Fusion liegen bei der Stuttgarter Sachverständigen-Organisation im Gegensatz zum ADAC weit vorne.
Ford Schweiz fragt sich, warum der TCS, dessen Pannendienst einen ausgezeichneten Ruf geniesst und als leuchtendes Beispiel dient, es nötig hat, sich auf die Daten seines grossen Bruders abzustützen bzw. sie integral zu übernehmen. Es wäre eine echte Dienstleistung für die rund 1,5 Millionen Mitglieder, wenn der grösste Club der Schweiz wie vor Jahren wieder eine eigene, rein schweizerische Statistik führt. Und zwar auf der präzisen Basis des Schadenformulars und nicht aufgrund mündlicher Angaben via Hotline.
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